Die Verkehrserklärer!

Wussten Sie schon, ...

..., dass die heutige Lufthansa AG am 6. Januar 2016, also vor mehr als 90 Jahren, in Berlin-Mitte gegründet wurde? Den Flugbetrieb nahm sie ein wenig später von Berlin-Tempelhof auf und baute dort in den Folgejahren das erste deutsche "Drehkreuz" auf. Heute sind dies Frankfurt am Main und München - Berlin wird da wohl trotz stürmischer Entwicklung nicht aufholen können.

Der VIV gratuliert der Lufthansa zum Geburtstag und wünscht für die Zukunft alles Gute! Und vielleicht wird es ja doch noch etwas mit den von vielen ersehnten Interkontinentalflügen ab Berlin...

Wussten Sie schon, ...

…, dass die österreichische AirBerlin-Tochter NIKI ab 01.04.2015 einen der kürzesten Linienflüge weltweit anbietet?

Zwischen Wien und der slowakischen Hauptstadt Bratislava liegen kaum 50 km! Dennoch wird diese Verbindung demnächst mit dem Flugzeug angeboten. Beide Städte sind in etwa alle halbe Stunde mit dem Regionalverkehr verbunden; die Fahrt von City zu City dauert eine Stunde.

Warum dann also der Flug? Die Airline begründet dies mit dem Umsteigeverkehr slowenischer Fluggäste in Wien, die so eine Verbindung erwarten würden.

Übrigens, die dem Autor bekannten kürzesten Linienverbindungen ab Berlin-Tegel  waren zu Mauerzeiten nach Hannover und Hamburg, beide jeweils rund 240 km Luftlinie entfernt. Die Interflug bot bis 1980 Inlandsstrecken an und flog u.a. von Berlin-Schönefeld nach Dresden und Leipzig, die jeweils rund 140 km Luftlinie entfernt sind. Nach der Wende konnte man dann z.B. von Berlin-Tempelhof nach Erfurt-Weimar fliegen, was nach rund 240 km erreicht war.

Wussten Sie schon, ...

…, dass es noch vier IC-Züge gibt, nämlich aus Köln, Dresden via Berlin, Stuttgart via Frankfurt/Main und Hannover und  Mainz via Köln, die Kurswagen nach Dagebüll/Mole mit sich führen um den Fähranschluss für Reisende auf die Inseln Föhr und Amrun zu garantieren? Ohne umzusteigen gelangt man so direkt an die Nordsee.

Dagebüll2

Wussten Sie schon, ...

..., dass der kürzeste Weg nach Sylt über den im Jahr 1927 eingeweihten 11 km langen Hindenburgdamm führt? Seit dem März 2010 bietet die Deutsche Bahn in Kooperation mit der Stiftung Küstenschutz für alle Autozugnutzer das "Syltschützer-Ticket" an. Beim Kauf eines Autozug-Shuttle Tickets besteht die Möglichkeit, für einen Aufpreis von 1 Euro zum normalen Fahrpreis die Stiftung Küstenschutz zu unterstützen. Bisher sind so 310.311 Euro zusammengekommen, welche am 25. Juli 2014 vom Sylter Niederlassungsleiter der Deutschen Bahn und dem Abteilungsleiter Verkauf in Westerland an den Vorstand der Stiftung Küstenschutz Sylt übergeben wurden.

Hindenburgdamm

Wussten Sie schon, ...

..., dass Busspuren vom Aussterben bedroht sind? Jedenfalls dann, wenn die Bürger demnächst massenhaft Elektroautos kaufen und damit die Busspuren verstopfen. Der Gesetzgeber plant, diese dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) vorbehaltenen Spuren für Elektroautos freizugeben. Doch selbst wenn diese Vehikel allesamt durch Strom angetrieben würden, der regenerativ erzeugt wurde, bleibt in Großstädten eines richtig: Ein Bus mit 100 Fahrgästen ersetzt 70-100 Autos, die Platz benötigen zum Fahren und  insbesondere zum Stehen (was das Auto sowieso in rund 90% seiner Lebenszeit tut). Platz, der in großen  Städten knapp (und damit teuer) ist.

Elektroauto hin oder her, die Frage bleibt: Ist es richtig, für den Transport von 70-150 kg Lebendgewicht mehr als eine Tonne Metall, Kunststoff und Gummi in Bewegung zu setzen?

Und so könnte es in einem unserer nächsten Beiträge provokativ heißen: "Wussten Sie schon, dass das Auto in Städten vom Aussterben bedroht ist?"

Keine S-Bahn nach TKS - fordert Minister Vogelsänger

2014

TKS – das ist die Abkürzung für Teltow – Kleinmachnow – Stahnsdorf. Und die Orte im südlichen Speckgürtel Berlins gehören zu den wenigen boomenden Standorten im Land Brandenburg. TKS hat in Bezug auf die verkehrliche Anbindung nur einen Nachteil: Die Anbindung an den Schienenschnellverkehr in Richtung Berlin ist eher mau. Und Brandenburgs Verkehrsminister Vogelsänger, seit einiger Zeit ein exponierter Gegner der S-Bahn in Brandenburg, hat es erst jetzt wieder untermauert: Eine S-Bahn nach TKS wird es nicht geben. Eher könne er sich mit einer Tramverbindung in Richtung Potsdam anfreunden. Nur, die Verkehrsströme, sie sind nicht so.

Wie ist es mit der Anbindung von TKS an das Schienennetz bestellt?

2014

Am besten geht es  nach Teltow: Am östlichen Rand hält stündlich der Regionalexpress von und nach Berlin und die S-Bahnlinie 25 fährt Teltow seit einiger Zeit im 10-Minutentakt an. Das regionale Bussystem ist kürzlich auch optimiert worden und ist auf den S-Bahnhof Teltow Stadt ausgerichtet. Seitdem steigen dort auch die Fahrgastzahlen deutlich.

Kleinmachnow als exponiertem Wohnstandort geht es da schon deutlich schlechter. Die Stammbahn, Preußens erste Eisenbahnstrecke von 1838, liegt seit 1980 brach. Und es ließe sich doch mit relativ geringen Mitteln realisieren: eine "S11" vom Europarc Dreilinden – hier ist die Querung der A115 das aufwendigste Bauwerk – über Düppel-Kleinmachnow und Zehlendorf auf die bestehende Strecke der S1. Wir meinen: Die Stammbahn kann in überschaubarem Zeitraum für eine deutliche Verbesserung sorgen!

Das am westlichen Rand von TKS liegende Stahnsdorf feierte kürzlich das 100-jährige Jubiläum der sogenannten Friedhofsbahn, die davon allerdings nur 48 Jahre verkehrte und heute eher ein Refugium für Eisenbahnhistoriker und –archäologen ist. Die Bahn war nur 4 km lang und band Stahnsdorf an den Bahnhof Wannsee an. Seit 1928 verkehrten hier sogar elektrische S-Bahnen, teils durchgebunden von der Berliner Stadtbahn. Spätestens mit dem Mauerbau war Schluss mit dem Verkehr, die Anlagen verfielen oder wurden im Zuge der "Grenzsicherung" gleich ganz beseitigt.

Ansonsten bietet TKS einigen Raum für Phantasien. Für die heute "schwächelnde" U3 (Endbahnhof Krumme Lanke) ist einst eine oberirdische Trasse freigehalten worden, auf der Kleinmachnow zentral durchquert worden wäre. Wer sich in der Straße "Hohe Kiefer" schon jemals über den breiten Grünstreifen gewundert hat, weiß jetzt, warum.

Und dann ist da noch der sogenannten Ringschluss. Gemeint ist die Verlängerung der heutigen S25 von Teltow Stadt Richtung Westen. Und wo würde sich der Ring schließen? Klar, am Bahnhof Stahnsdorf, an dem die Friedhofsbahn wieder in's Spiel kommt.

Und Minister Vogelsänger, der die S-Bahn für TKS ausgeschlossen hat – jetzt und für alle Zeit. Wann wird in Brandenburg eigentlich gewählt? 2014, wenn wir uns nicht irren.