Die Verkehrserklärer!

21.09.2017 Verkehrspolitisches Forum

Über den Wolken...

Verkehrspolitisches Forum am 21.09.2017

"… Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein, alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, blieben darunter verborgen. Und dann würde was uns groß und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein."

Ob der eine oder andere Berlin-Brandenburger Politiker oder Flughafenverantwortliche schon mal an diesen Text gedacht hat, wenn er oder sie mit dem BER zu tun hatte? Wir wissen es nicht.

Der Volksentscheid zum Flughafen Tegel am 24.09.2017 hat aber Bewegung in die regionale Luft-fahrtszenerie gebracht. Die Flughafengesellschaft veröffentlicht innerhalb von nur einer Woche  BER-Ausbaupläne bis zum Jahre 2040, übrigens auf Basis "gehobener Industriebauweise", mit einer Kapazität von bis zu 58 Millionen Passagieren und ein paar Tage später bestätigt sie dann, dass man davon ausgehen könne, dass der Flughafen Ende August 2018 baulich fertiggestellt sei. Dahinter steht wohl die Botschaft: "Tegel? Brauchen wir nicht."

Darüber hinaus hat der bis dato wichtigste Kunde (und übrigens einer der größeren Arbeitgeber Berlins) Insolvenz angemeldet – die Drehkreuzpläne scheinen endgültig geplatzt. Auch Berlins Senat äußert sich mal wieder zum Luftverkehr, nämlich dass die Lufthansa als "nationaler Champion" doch die richtige Wahl sei, das Angebot des Herrn Wöhrl zweifelhaft und Ryanair sowieso nicht zum Zuge kommen dürfe. Im Übrigen habe die Lufthansa die sehnlichst erwünschten Langstreckenverbindungen zugesagt. Hatten wir auch schon mal… für kurze Zeit.

Grund genug also, mal einen Blick auf die Berlin-Brandenburger Luftverkehrspolitik zu werfen und die Frage zu stellen, ob es jenseits von Flugrouten und Lärmschutz - keine Frage: wichtige Themen - überhaupt eine Zielstellung für den Standort gibt?

Wir möchten Sie daher herzlich zu unserer Veranstaltung am 21.09.2017 um 18:30 Uhr in den bekannten Räumlichkeiten des Bahn-Sozialwerks (BSW), Panoramastr. 1 (direkt am Bahnhof Alexanderplatz) einladen.

Wie gewohnt, bitten wir Sie um eine verbindliche Anmeldung auf unserer Website www.vivev.de (bitte mit Angabe der teilnehmenden Personen) oder auch telefonisch unter 0160 9384 9852.

Für VIV-Mitglieder ist die Veranstaltung kostenlos. Gäste bitten wir um vorherige Überweisung des Teilnehmerbeitrags in Höhe von 5 € (Stichwort "Luftverkehr") bis zum 18.09.2017 auf unser Konto DE75 1009 0000 7165 1390 08 bei der Berliner Volksbank.

Acht Parkplätze und die Berliner Luftverkehrspolitik

Eine Polemik zum Fall Air Berlin

Was haben acht Parkplätze und der Fall Air Berlin miteinander zu tun? Richtig: Nichts.

Aber wiederum irgendwie doch!

Kürzlich wehte durch die Berliner Presse, vielleicht auch dem Sommer geschuldet, der Regierende Bürgermeister habe sich mächtig darüber aufgeregt, dass in seiner Wohnstraße acht Parkplätze im Zusammenhang mit der Förderung des Radverkehrs wegfallen sollen.

Diesen Ärger des obersten Repräsentanten unserer Stadt kann man nachvollziehen – oder auch nicht.

Man wünschte sich aber, dass er (und sein Senat) sich im Falle der Insolvenz ähnlich engagiert hätten!

Immerhin:

Mit Air Berlin, davon darf man jetzt ausgehen, verschwindet eines der wenigen Unternehmen, die ihren Sitz in Berlin haben.

Mit Air Berlin verschwindet ein nicht ganz unbedeutender Arbeitgeber.

Mit Air Berlin verschwindet eine Airline, die in der baulichen Konzeption unseres neuen Flughafens eine wichtige Rolle spielte. So ist der sog. Südpier ganz auf die Bedürfnisse von Air Berlin zugeschnitten – z.B. durch die Möglichkeit, Transitpassagiere abzufertigen.

Und mit Air Berlin verschwindet ein Unternehmen, das nicht zuletzt den Namen unserer Stadt im wahrsten Sinne des Wortes in die Welt transportiert hat.

Und der Senat? Nichts.

Pflichtschuldig ein Statement der Wirtschaftssenatorin, dass die Arbeitsplätze hoffentlich erhalten bleiben (war wir natürlich auch hoffen). Und ansonsten Allgemeinplätze, dass andere Airlines die Flüge übernehmen würden und BER, Air Berlin hin oder her, sowieso kein Drehkreuz würde.

Wir finden: das ist eindeutig zu wenig und drückt ein Desinteresse an dieser Stadt aus, dass nur schwer nachvollziehbar ist.