Die Verkehrserklärer!

26.07.2018 Verkehrspolitische Rundfahrt

Verkehrspolitische Rundfahrt

Infrastruktur auf Vorrat - Teil 1: Die S-Bahn

26. Juli 2018

Die Sommerferien stehen vor der Tür, aber die Verkehrserklärer lassen sich davon nicht beirren!

Wer aufmerksam unser Programm verfolgt, hat bemerkt, dass sich der Titel leicht verändert hat. Wollten wir uns ursprünglich ausschließlich mit dem östlichen Berliner Außenring beschäftigen, haben wir uns nun entschieden, die "Infrastruktur auf Vorrat" in verschiedenen Veranstaltungen zu beleuchten. Denn davon gibt es bei S- und U-Bahn einige.

 

Aber auch die "große Bahn" hat durchaus ihre Vorratsbauten, sei es die Ausfädelung aus der Nord-Süd-Verbindung für den späteren Anschluss an die Potsdamer Stammbahn oder auch der Tunnel selber, den man bewusst für einen späteren Verkehrszuwachs viergleisig konzipiert hat.

Für den ersten Teil dieser Reihe wollen wir uns mit den Vorratsbauten der S-Bahn beschäftigen – und natürlich werden da die existierenden Vorleistungen am östlichen Außenring eine Rolle spielen.

Dass das Vorhalten von Infrastruktur eine langfristige Sache sein kann, sieht man am sogenannten "Heuboden" am Bahnhof Potsdamer Platz. Seit langer Zeit als Abstellanlage genutzt, war es als Vorleistung einer weiteren Nord-Süd-Verbindung der S-Bahn gedacht. Und wie es so aussieht, wird das auch in einigen Jahren Realität werden.

Wenn Sie also mit uns schauen möchten, wo überall Planer im S-Bahnnetz Ideen hatten und bereits Spuren hinterlassen haben, dann laden wir Sie ein, am 26.07.2018 um 18:30h mit uns zu kommen, wenn es heißt "Infrastruktur auf Vorrat: die S-Bahn". Start und Ziel werden am Bahnhof Lichtenberg (S5, S7, S75, U5) sein. Da wir für diese Rundfahrt wieder den Bus nutzen werden, bitten wir um rechtzeitige verbindliche Anmeldung auf unserer Website. Der Teilnehmerbeitrag beträgt 10 € für VIV-Mitglieder (und Studierende bis 25 Jahre) bzw. 20 € für Gäste und wir bitten Sie, diesen vorab auf unser Konto bei der Berliner Volksbank zu überweisen.

Wir würden uns freuen, Sie auch mitten in den Sommerferien zu dieser Fahrt begrüßen zu dürfen.

Eine Fahrt auf der A2

Ein Zwischenruf

Nach längerer Zeit fährt der Autor dieser Zeilen mal wieder werktags auf der A2, genannt Warschauer Chaussee, gen Westen. Knapp 600 km liegen vor ihm, es geht über Hannover, "durch den Pott" kurz vor die niederländische Grenze.

Die vor nicht einmal zwanzig Jahren zwischen Berlin und Hannover grundsanierte A2 scheint bereits wieder ein Sanierungsfall zu sein. Und wenn es stimmt, dass ein Lkw die Autobahn so belastet wie 40.000 Pkw, dann darf man sich nicht wundern, dass es bereits wieder so weit ist.

Es ist, man kann es nicht anders ausdrücken, der Wahnsinn.

Auf der rechten Spur reiht sich Lkw an Lkw. Und da für dieses Verkehrsaufkommen die rechte Spur allein nicht ausreicht, wird teils auch die mittlere benutzt. Lkw an Lkw.

Man fragt sich:

Ist das der Preis, den wir zahlen für unsere Erwartung "heute bestellt, morgen geliefert"? Und die Industrie macht es ja bereits seit vielen Jahren vor, indem sie auf Lagerhaltung so weit wie möglich verzichtet und Teile dann anliefern lässt, wenn sie in der Produktion auch gebraucht werden. "Just in time" nennt sich das und dient betriebswirtschaftlich der Kostenoptimierung. "Externalisierung interner Kosten" nennt das der Betriebswirt.

Warum lassen wir all das zu? Warum verpflichten wir Spediteure nicht, mindestens für Transitverkehre die Fahrzeuge auf die Bahn zu verladen? Die Schweizer mit ihrer "Rollenden Landstraße" machen doch vor, wie es gehen könnte...

Acht Parkplätze und die Berliner Luftverkehrspolitik

Eine Polemik zum Fall Air Berlin

Was haben acht Parkplätze und der Fall Air Berlin miteinander zu tun? Richtig: Nichts.

Aber wiederum irgendwie doch!

Kürzlich wehte durch die Berliner Presse, vielleicht auch dem Sommer geschuldet, der Regierende Bürgermeister habe sich mächtig darüber aufgeregt, dass in seiner Wohnstraße acht Parkplätze im Zusammenhang mit der Förderung des Radverkehrs wegfallen sollen.

Diesen Ärger des obersten Repräsentanten unserer Stadt kann man nachvollziehen – oder auch nicht.

Man wünschte sich aber, dass er (und sein Senat) sich im Falle der Insolvenz ähnlich engagiert hätten!

Immerhin:

Mit Air Berlin, davon darf man jetzt ausgehen, verschwindet eines der wenigen Unternehmen, die ihren Sitz in Berlin haben.

Mit Air Berlin verschwindet ein nicht ganz unbedeutender Arbeitgeber.

Mit Air Berlin verschwindet eine Airline, die in der baulichen Konzeption unseres neuen Flughafens eine wichtige Rolle spielte. So ist der sog. Südpier ganz auf die Bedürfnisse von Air Berlin zugeschnitten – z.B. durch die Möglichkeit, Transitpassagiere abzufertigen.

Und mit Air Berlin verschwindet ein Unternehmen, das nicht zuletzt den Namen unserer Stadt im wahrsten Sinne des Wortes in die Welt transportiert hat.

Und der Senat? Nichts.

Pflichtschuldig ein Statement der Wirtschaftssenatorin, dass die Arbeitsplätze hoffentlich erhalten bleiben (war wir natürlich auch hoffen). Und ansonsten Allgemeinplätze, dass andere Airlines die Flüge übernehmen würden und BER, Air Berlin hin oder her, sowieso kein Drehkreuz würde.

Wir finden: das ist eindeutig zu wenig und drückt ein Desinteresse an dieser Stadt aus, dass nur schwer nachvollziehbar ist.