Die Verkehrserklärer!

22.02.2018 VIV Forum im InfraLab: Die schöne neue Welt der Mobilität

Vekehrspolitisches Forum: Die schöne neue Welt der Mobilität

Carsharing, E-Mobility, Mobility To Grid - 22.02.2018 um 18:30 Uhr im InfraLab auf dem EUREF

Wir schreiben das Jahr 2040. Das Auto als Statussymbol? Undenkbar heutzutage. Stadtbewohner haben in der Regel kein eigenes mehr. Autos werden "geshared", also geteilt. Mobilität wird mit viel weniger Emotionen betrachtet, als es noch vor Jahrzehnten der Fall war. Von A nach B zu kommen, ist eine rein "technische" Aufgabe geworden. Als Statussymbole dienen längst ganz andere Dinge.

Und es war auch klar, dass umweltfreundliche Antriebe allein nicht DAS Problem in der Stadt, die in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen ist, lösen: nämlich den knappen für Verkehr zur Verfügung stehenden Raum. Und so wurden öffentliche Verkehrsmittel in den letzten Jahrzehnten stark ausgebaut: Die gute, alte Straßenbahn verkehrt auch in Bezirken, in denen sie jahrzehntelang nicht gesehen wurde, U-Bahnen wurden da, wo es sinnvoll schien, ausgebaut. Sie fahren heute selbstverständlich automatisch und auf hochbelasteten Strecken alle 90 Sekunden. Die Vernetzung zwischen Berlin und seinem Umland nehmen im Auftrag des Bundeslandes Berlin-Brandenburg Regionalexpress und S-Bahn wahr. Beide aber der in den vergangenen Jahrzehnten stark angestiegenen Nachfrage angepasst, alle wichtigen Strecken sind zweigleisig und elektrifiziert, Engpässe wurden beseitigt, noch bestehende Lücken geschlossen.

Übrigens, vor zwei Jahren, 2038, wurde mit einer Sonderfahrt über die seit wenigen Jahren fertige Stammbahn an die erste preußische Eisenbahn von 1838 erinnert. Busse gibt es in der Innenstadt fast gar nicht mehr; sie übernehmen außerhalb der City nur noch Zubringerfunktionen. Am Stadtrand wurde der Linienbusverkehr eingestellt; hier übernehmen kleine, fahrerlose Rufbusse die Aufgabe, die Fahr- gäste zum nächsten schienengebundenen Verkehrsmittel zu bringen.

Aber nicht alle Blütenträume der Vergangenheit reiften: gerne hätten die Versandhändler die Zustellung mit Drohnen übernommen; dies aber wurde von den Behörden nicht gestattet. Und auch Ideen zum "MIF", dem "motorisierten individuellen Flugverkehr" innerhalb der Stadt blieben bislang Utopie.

Ob es so kommt? Wir wissen es nicht. Und deshalb freuen wir uns, dass wir am 22.02.2018 zu Gast im InfraLab auf dem EUREF-Campus sind, wo uns verschiedene Experten in Kurzvorträgen über ihre Ideen und Visionen des vernetzen Verkehrs der Zukunft informieren:

  • Heinrich Coenen, Berliner Verkehrsbetrieb AöR: STIMULATE – Autonome Fahrzeuge auf dem Campus Virchow-Klinikum und Campus Mitte der Charité
  • InnoZ: Das Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel
  • Karoline Karohs, Mobility2Grid e.V.: Energiewende und Verkehr zusammen denken!
  • Donald Müller-Judex, SOLMOVE GmbH: Stromerzeugung und induktives Laden mit Solarstraßen

Wenn Sie Lust haben auf eine spannende Reise in eine (mögliche) Zukunft, dann würden wir uns freuen, wenn Sie am 22.02.2018 um 18:00 Uhr unser Gast sind. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Sie erreichen den EUREF-Campus in der Torgauer Str. in Berlin-Schöneberg mittels des gleichnamigen Bahnhofs der S- Bahn (S1, S41, S42, S46) oder den Buslinien M46, 248. Das InfraLab im Gebäude 15b befindet sich auf dem EUREF-Gelände direkt hinter dem Gasometer.

Da die Teilnehmerzahl aufgrund der räumlichen Gegebenheiten begrenzt ist, bitten wir Sie um Anmeldung mit dem Online-Formular auf dieser Website oder telefonisch unter 0160 - 9384 9852.

Eine Fahrt auf der A2

Ein Zwischenruf

Nach längerer Zeit fährt der Autor dieser Zeilen mal wieder werktags auf der A2, genannt Warschauer Chaussee, gen Westen. Knapp 600 km liegen vor ihm, es geht über Hannover, "durch den Pott" kurz vor die niederländische Grenze.

Die vor nicht einmal zwanzig Jahren zwischen Berlin und Hannover grundsanierte A2 scheint bereits wieder ein Sanierungsfall zu sein. Und wenn es stimmt, dass ein Lkw die Autobahn so belastet wie 40.000 Pkw, dann darf man sich nicht wundern, dass es bereits wieder so weit ist.

Es ist, man kann es nicht anders ausdrücken, der Wahnsinn.

Auf der rechten Spur reiht sich Lkw an Lkw. Und da für dieses Verkehrsaufkommen die rechte Spur allein nicht ausreicht, wird teils auch die mittlere benutzt. Lkw an Lkw.

Man fragt sich:

Ist das der Preis, den wir zahlen für unsere Erwartung "heute bestellt, morgen geliefert"? Und die Industrie macht es ja bereits seit vielen Jahren vor, indem sie auf Lagerhaltung so weit wie möglich verzichtet und Teile dann anliefern lässt, wenn sie in der Produktion auch gebraucht werden. "Just in time" nennt sich das und dient betriebswirtschaftlich der Kostenoptimierung. "Externalisierung interner Kosten" nennt das der Betriebswirt.

Warum lassen wir all das zu? Warum verpflichten wir Spediteure nicht, mindestens für Transitverkehre die Fahrzeuge auf die Bahn zu verladen? Die Schweizer mit ihrer "Rollenden Landstraße" machen doch vor, wie es gehen könnte...

Acht Parkplätze und die Berliner Luftverkehrspolitik

Eine Polemik zum Fall Air Berlin

Was haben acht Parkplätze und der Fall Air Berlin miteinander zu tun? Richtig: Nichts.

Aber wiederum irgendwie doch!

Kürzlich wehte durch die Berliner Presse, vielleicht auch dem Sommer geschuldet, der Regierende Bürgermeister habe sich mächtig darüber aufgeregt, dass in seiner Wohnstraße acht Parkplätze im Zusammenhang mit der Förderung des Radverkehrs wegfallen sollen.

Diesen Ärger des obersten Repräsentanten unserer Stadt kann man nachvollziehen – oder auch nicht.

Man wünschte sich aber, dass er (und sein Senat) sich im Falle der Insolvenz ähnlich engagiert hätten!

Immerhin:

Mit Air Berlin, davon darf man jetzt ausgehen, verschwindet eines der wenigen Unternehmen, die ihren Sitz in Berlin haben.

Mit Air Berlin verschwindet ein nicht ganz unbedeutender Arbeitgeber.

Mit Air Berlin verschwindet eine Airline, die in der baulichen Konzeption unseres neuen Flughafens eine wichtige Rolle spielte. So ist der sog. Südpier ganz auf die Bedürfnisse von Air Berlin zugeschnitten – z.B. durch die Möglichkeit, Transitpassagiere abzufertigen.

Und mit Air Berlin verschwindet ein Unternehmen, das nicht zuletzt den Namen unserer Stadt im wahrsten Sinne des Wortes in die Welt transportiert hat.

Und der Senat? Nichts.

Pflichtschuldig ein Statement der Wirtschaftssenatorin, dass die Arbeitsplätze hoffentlich erhalten bleiben (war wir natürlich auch hoffen). Und ansonsten Allgemeinplätze, dass andere Airlines die Flüge übernehmen würden und BER, Air Berlin hin oder her, sowieso kein Drehkreuz würde.

Wir finden: das ist eindeutig zu wenig und drückt ein Desinteresse an dieser Stadt aus, dass nur schwer nachvollziehbar ist.