Die Verkehrserklärer!

22.08.2018 VIV vor Ort: Dresdner Bahn

VIV vor Ort - Die Dresdner Bahn im Bau

Nach dem längsten Planfeststellungsverfahren der Geschichte: Wie geht es weiter mit der Dresdner Bahn? Eine fachkundige Führung entlang der Strecke

22. August 2018

So mancher mag staunen, dass es dieses Projekt doch noch in den aktiven Bauzustand geschafft hat. Aber es geht tatsächlich los!

Die letzten gerichtlichen Hürden sind genommen und die ersten Bagger sind bereits angerollt. Es geht, Sie ahnen es bereits, um den Ausbau der Dresdner Bahn auf dem Berliner Teilstück entlang der S2. Keine andere Bahntrasse hat in den vergangenen Jahren zu solch zahlreichen Diskussionen geführt. Genannt sei der langwierige Streit um die Tunnelvariante, die viele wollten, aber niemand bereit zu finanzieren war.

Und so sind zwei große Infrastrukturprojekte unserer Region scheinbar auf der, nun ja, Zielgeraden. Und wenn es stimmt, was man von der Flughafengesellschaft hört, wird sich der Flughafen-Express einige Jahre einen anderen Weg suchen müssen, um zu Berlin-Brandenburgs teuerstem Bau zu gelangen, der ja 2020 früher fertig würde als es jetzt mit der Dresdner Bahn noch möglich ist.

Wir wollen uns gemeinsam mit Ihnen ein Bild über die verschiedenen geplanten Bauzustände der Dresdner Bahn machen und live vor Ort von der Projektleitung hören, wie die Trasse nach Fertigstellung das Stadtbild im Süden Berlin prägen wird. Dazu werden wir die Trasse vom Südkreuz bis nach Lichtenrade abfahren und auch noch einmal die Diskussion zur Strecke Revue passieren lassen.

Wenn Sie also mit uns schauen möchten, wie die Bauarbeiten entlang der Dresdner Bahn laufen werden, dann laden wir Sie ein, am 22.08.2018 um 17:30 Uhr mit uns zu kommen, wenn es heißt: "VIV vor Ort - Die Dresdner Bahn in Bau".  

Start und Ziel wird der Bahnhof Südkreuz (Eingang Hildegard-Knef-Platz, RE3/4/5, RB10, S2/25/41/42/45/46, Bus M46, 106, 184, 204, 248) sein. Da wir für diese Rundfahrt wieder den Bus nutzen werden (den Bus von BVB finden Sie in Höhe der Flixbus-Haltestelle auf dem Hildegard-Knef-Platz), bitten wir um rechtzeitige verbindliche Anmeldung auf unserer Website www.vivev.de oder telefonisch unter 0160 9384 9852. Wir werden uns zunächst vor dem Bus treffen, um dann gemeinsam für einen ersten Blick von oben auf das Parkdeck zu gehen.

Der Teilnehmerbeitrag beträgt 10 € für VIV-Mitglieder (und Schüler/Studierende bis 25 Jahre) bzw. 20 € für Gäste, und wir bitten Sie, diesen rechtzeitig vorab auf unser Konto DE75 1009 0000 7165 1390 08 bei der Berliner Volksbank zu überweisen. Bitte haben Sie Verstäündnis, dass wir wegen der notwendigen Buchung des Busses nur angemeldete Gäste mitnehmen können, die den Teilnehmerbeitrag auch rechtzeitig überwiesen haben.

Wir würden uns freuen, Sie auch trotz der derzeitigen Temperaturen zu dieser Fahrt begrüßen zu dürfen.

Eine Fahrt auf der A2

Ein Zwischenruf

Nach längerer Zeit fährt der Autor dieser Zeilen mal wieder werktags auf der A2, genannt Warschauer Chaussee, gen Westen. Knapp 600 km liegen vor ihm, es geht über Hannover, "durch den Pott" kurz vor die niederländische Grenze.

Die vor nicht einmal zwanzig Jahren zwischen Berlin und Hannover grundsanierte A2 scheint bereits wieder ein Sanierungsfall zu sein. Und wenn es stimmt, dass ein Lkw die Autobahn so belastet wie 40.000 Pkw, dann darf man sich nicht wundern, dass es bereits wieder so weit ist.

Es ist, man kann es nicht anders ausdrücken, der Wahnsinn.

Auf der rechten Spur reiht sich Lkw an Lkw. Und da für dieses Verkehrsaufkommen die rechte Spur allein nicht ausreicht, wird teils auch die mittlere benutzt. Lkw an Lkw.

Man fragt sich:

Ist das der Preis, den wir zahlen für unsere Erwartung "heute bestellt, morgen geliefert"? Und die Industrie macht es ja bereits seit vielen Jahren vor, indem sie auf Lagerhaltung so weit wie möglich verzichtet und Teile dann anliefern lässt, wenn sie in der Produktion auch gebraucht werden. "Just in time" nennt sich das und dient betriebswirtschaftlich der Kostenoptimierung. "Externalisierung interner Kosten" nennt das der Betriebswirt.

Warum lassen wir all das zu? Warum verpflichten wir Spediteure nicht, mindestens für Transitverkehre die Fahrzeuge auf die Bahn zu verladen? Die Schweizer mit ihrer "Rollenden Landstraße" machen doch vor, wie es gehen könnte...

Acht Parkplätze und die Berliner Luftverkehrspolitik

Eine Polemik zum Fall Air Berlin

Was haben acht Parkplätze und der Fall Air Berlin miteinander zu tun? Richtig: Nichts.

Aber wiederum irgendwie doch!

Kürzlich wehte durch die Berliner Presse, vielleicht auch dem Sommer geschuldet, der Regierende Bürgermeister habe sich mächtig darüber aufgeregt, dass in seiner Wohnstraße acht Parkplätze im Zusammenhang mit der Förderung des Radverkehrs wegfallen sollen.

Diesen Ärger des obersten Repräsentanten unserer Stadt kann man nachvollziehen – oder auch nicht.

Man wünschte sich aber, dass er (und sein Senat) sich im Falle der Insolvenz ähnlich engagiert hätten!

Immerhin:

Mit Air Berlin, davon darf man jetzt ausgehen, verschwindet eines der wenigen Unternehmen, die ihren Sitz in Berlin haben.

Mit Air Berlin verschwindet ein nicht ganz unbedeutender Arbeitgeber.

Mit Air Berlin verschwindet eine Airline, die in der baulichen Konzeption unseres neuen Flughafens eine wichtige Rolle spielte. So ist der sog. Südpier ganz auf die Bedürfnisse von Air Berlin zugeschnitten – z.B. durch die Möglichkeit, Transitpassagiere abzufertigen.

Und mit Air Berlin verschwindet ein Unternehmen, das nicht zuletzt den Namen unserer Stadt im wahrsten Sinne des Wortes in die Welt transportiert hat.

Und der Senat? Nichts.

Pflichtschuldig ein Statement der Wirtschaftssenatorin, dass die Arbeitsplätze hoffentlich erhalten bleiben (war wir natürlich auch hoffen). Und ansonsten Allgemeinplätze, dass andere Airlines die Flüge übernehmen würden und BER, Air Berlin hin oder her, sowieso kein Drehkreuz würde.

Wir finden: das ist eindeutig zu wenig und drückt ein Desinteresse an dieser Stadt aus, dass nur schwer nachvollziehbar ist.