Die Verkehrserklärer!

21.06.2018 Verkehrspolitische Rundfahrt

Die Klassiker aus 15 Jahre VIV

21.06.2018 Verkehrspolitische Rundfahrt

Denk mal, lauter Pleiten, Pech und Pannen: Die Klassiker aus 15 Jahre VIV

Aus Anlass des 15-jährigen Bestehen des VIV planen wir eine Busrundfahrt zum Thema "Denk'mal, lauter Pleiten, Pech und Pannen - die Highlights aus 15 Jahren VIV". Langjährige Kenner unseres Programms finden darin zwei Veranstaltungsreihen wieder, nämlich die "Pleiten, Pech und Pannen der Berliner Verkehrspolitik" sowie "Denk' mal - vom Umgang mit verkehrshistorischen Bauwerken".

Bei ersteren gab es im Laufe der Jahre nicht wenige. Nur beispielhaft seien hier die bis heute nicht entschiedene verbesserte Anbindung Falkensees und Nauens genannt (Ausbau der Infrastuktur für S-Bahn oder Regionalbahn) oder der Ausbau der Kremmener Bahn in Richtung Tegel, Hennigsdorf und Velten. Bei anderen Themen tut sich etwas, wie z. B. dem nach dem wohl längsten Planfeststellungsverfahren der Republik (fast zwanzig Jahre!) zwischenzeitlich erfolgten Baubeginn bei der Dresdner Bahn. Und nicht zu vergessen: die Stammbahn, deren Wiederinbetriebnahme intensiv diskutiert wird. Schön, dass es dabei inzwischen wohl "nur" noch um das "Wie und Wann" und nicht mehr um das "Ob" geht!

Und die Denkmäler? Nun, die sind zwingend nicht nur für historisch interessierte Menschen spannend (wir dürfen an die inzwischen abgerissenen letzten Reste des Ruhlebener Auswanderbahnhofs erinnern), sondern auch für leibhaftige Fahrgäste. Nämlich dann, wenn in Betrieb befindliche Bahnhöfe unter Denkmalschutz gestellt werden und sich daraus möglicherweise Folgewirkungen an heutige Ansprüche, z. B. des Sicherheitsempfindes oder des Komforts, ergeben (Bodenbeläge, Beleuchtung, Möblierung, Gestaltung etc.). So wurden zuletzt auch die für den Laien gestalterisch wenig aufregenden Bahnhöfe des Außenastes der U5 unter Denkmalschutz gestellt.

Die Liste ließe sich beliebig erweitern. Wir freuen uns auf diese Rundfahrt und hoffen auf reges Interesse!

Eine Fahrt auf der A2

Ein Zwischenruf

Nach längerer Zeit fährt der Autor dieser Zeilen mal wieder werktags auf der A2, genannt Warschauer Chaussee, gen Westen. Knapp 600 km liegen vor ihm, es geht über Hannover, "durch den Pott" kurz vor die niederländische Grenze.

Die vor nicht einmal zwanzig Jahren zwischen Berlin und Hannover grundsanierte A2 scheint bereits wieder ein Sanierungsfall zu sein. Und wenn es stimmt, dass ein Lkw die Autobahn so belastet wie 40.000 Pkw, dann darf man sich nicht wundern, dass es bereits wieder so weit ist.

Es ist, man kann es nicht anders ausdrücken, der Wahnsinn.

Auf der rechten Spur reiht sich Lkw an Lkw. Und da für dieses Verkehrsaufkommen die rechte Spur allein nicht ausreicht, wird teils auch die mittlere benutzt. Lkw an Lkw.

Man fragt sich:

Ist das der Preis, den wir zahlen für unsere Erwartung "heute bestellt, morgen geliefert"? Und die Industrie macht es ja bereits seit vielen Jahren vor, indem sie auf Lagerhaltung so weit wie möglich verzichtet und Teile dann anliefern lässt, wenn sie in der Produktion auch gebraucht werden. "Just in time" nennt sich das und dient betriebswirtschaftlich der Kostenoptimierung. "Externalisierung interner Kosten" nennt das der Betriebswirt.

Warum lassen wir all das zu? Warum verpflichten wir Spediteure nicht, mindestens für Transitverkehre die Fahrzeuge auf die Bahn zu verladen? Die Schweizer mit ihrer "Rollenden Landstraße" machen doch vor, wie es gehen könnte...

Acht Parkplätze und die Berliner Luftverkehrspolitik

Eine Polemik zum Fall Air Berlin

Was haben acht Parkplätze und der Fall Air Berlin miteinander zu tun? Richtig: Nichts.

Aber wiederum irgendwie doch!

Kürzlich wehte durch die Berliner Presse, vielleicht auch dem Sommer geschuldet, der Regierende Bürgermeister habe sich mächtig darüber aufgeregt, dass in seiner Wohnstraße acht Parkplätze im Zusammenhang mit der Förderung des Radverkehrs wegfallen sollen.

Diesen Ärger des obersten Repräsentanten unserer Stadt kann man nachvollziehen – oder auch nicht.

Man wünschte sich aber, dass er (und sein Senat) sich im Falle der Insolvenz ähnlich engagiert hätten!

Immerhin:

Mit Air Berlin, davon darf man jetzt ausgehen, verschwindet eines der wenigen Unternehmen, die ihren Sitz in Berlin haben.

Mit Air Berlin verschwindet ein nicht ganz unbedeutender Arbeitgeber.

Mit Air Berlin verschwindet eine Airline, die in der baulichen Konzeption unseres neuen Flughafens eine wichtige Rolle spielte. So ist der sog. Südpier ganz auf die Bedürfnisse von Air Berlin zugeschnitten – z.B. durch die Möglichkeit, Transitpassagiere abzufertigen.

Und mit Air Berlin verschwindet ein Unternehmen, das nicht zuletzt den Namen unserer Stadt im wahrsten Sinne des Wortes in die Welt transportiert hat.

Und der Senat? Nichts.

Pflichtschuldig ein Statement der Wirtschaftssenatorin, dass die Arbeitsplätze hoffentlich erhalten bleiben (war wir natürlich auch hoffen). Und ansonsten Allgemeinplätze, dass andere Airlines die Flüge übernehmen würden und BER, Air Berlin hin oder her, sowieso kein Drehkreuz würde.

Wir finden: das ist eindeutig zu wenig und drückt ein Desinteresse an dieser Stadt aus, dass nur schwer nachvollziehbar ist.