Die Verkehrserklärer!

07.12.2017 Verkehrspolitisches Forum

Wirtschaftsverkehr in der wachsenden Stadt

Verkehrspolitisches Forum am 7.12.2017 um 18 Uhr

Am 07.12.2017 sind wir zu Gast bei der Fuhrgewerbeinnung Berlin. Deren Chef, Herr Bretschneider, wird uns über die Sicht der Innung auf die Perspektiven des innerstädtischen Güterverkehrs  informieren. Und es gibt eine Menge Fragen: Wie wirkt sich die Verkehrspolitik des aktuellen Senats auf den Güterverkehr aus? Was bedeuten hier E-Mobilität und autonomes Fahren? Und was bedeutet es, wenn wir zunehmend auf den Weg in das Geschäft verzichten und bei großen Versandhäusern bestellen, zunehmend ja auch Lebensmittel, und dann bei Nichtgefallen wieder zurücksenden?

Dies alles bedeutet zunehmenden Wirtschaftsverkehr, der mit anderen Verkehrsträgern immer mehr um den bestehenden Platz konkurriert.

Diese und andere Fragen wollen wir also am 07.12.2017 um 18:00 Uhr in den Räumen der Fuhrgewerbeinnung stellen und diskutieren. Die Fuhrgewerbeinnung finden Sie in der Hedemannstr. 13, 10969 Berlin. Und fast schon passend zum Thema: es stehen keine Parkplätze zur Verfügung, aber wir empfehlen ja sowieso die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. In der Nähe befinden sich: S Anhalter Bahnhof (S1, S2, S25) U Hallesches Tor (U1, U6), U Kochstr. (U6) oder Willy-Brandt-Haus (Bus M41).

Für VIV-Mitglieder ist die Veranstaltung kostenfrei; Gäste bitten wir um Vorabüberweisung des Teilnehmerbeitrags in Höhe von 5 € auf unser Konto DE75 1009 0000 7165 1390 08 bei der Berliner Volksbank. Da die Teilnehmeranzahl begrenzt ist, bitten wir Sie um verbindliche Anmeldung auf dieser Website oder telefonisch unter 0160 9384 9852.

Eine Fahrt auf der A2

Ein Zwischenruf

Nach längerer Zeit fährt der Autor dieser Zeilen mal wieder werktags auf der A2, genannt Warschauer Chaussee, gen Westen. Knapp 600 km liegen vor ihm, es geht über Hannover, "durch den Pott" kurz vor die niederländische Grenze.

Die vor nicht einmal zwanzig Jahren zwischen Berlin und Hannover grundsanierte A2 scheint bereits wieder ein Sanierungsfall zu sein. Und wenn es stimmt, dass ein Lkw die Autobahn so belastet wie 40.000 Pkw, dann darf man sich nicht wundern, dass es bereits wieder so weit ist.

Es ist, man kann es nicht anders ausdrücken, der Wahnsinn.

Auf der rechten Spur reiht sich Lkw an Lkw. Und da für dieses Verkehrsaufkommen die rechte Spur allein nicht ausreicht, wird teils auch die mittlere benutzt. Lkw an Lkw.

Man fragt sich:

Ist das der Preis, den wir zahlen für unsere Erwartung "heute bestellt, morgen geliefert"? Und die Industrie macht es ja bereits seit vielen Jahren vor, indem sie auf Lagerhaltung so weit wie möglich verzichtet und Teile dann anliefern lässt, wenn sie in der Produktion auch gebraucht werden. "Just in time" nennt sich das und dient betriebswirtschaftlich der Kostenoptimierung. "Externalisierung interner Kosten" nennt das der Betriebswirt.

Warum lassen wir all das zu? Warum verpflichten wir Spediteure nicht, mindestens für Transitverkehre die Fahrzeuge auf die Bahn zu verladen? Die Schweizer mit ihrer "Rollenden Landstraße" machen doch vor, wie es gehen könnte...

Acht Parkplätze und die Berliner Luftverkehrspolitik

Eine Polemik zum Fall Air Berlin

Was haben acht Parkplätze und der Fall Air Berlin miteinander zu tun? Richtig: Nichts.

Aber wiederum irgendwie doch!

Kürzlich wehte durch die Berliner Presse, vielleicht auch dem Sommer geschuldet, der Regierende Bürgermeister habe sich mächtig darüber aufgeregt, dass in seiner Wohnstraße acht Parkplätze im Zusammenhang mit der Förderung des Radverkehrs wegfallen sollen.

Diesen Ärger des obersten Repräsentanten unserer Stadt kann man nachvollziehen – oder auch nicht.

Man wünschte sich aber, dass er (und sein Senat) sich im Falle der Insolvenz ähnlich engagiert hätten!

Immerhin:

Mit Air Berlin, davon darf man jetzt ausgehen, verschwindet eines der wenigen Unternehmen, die ihren Sitz in Berlin haben.

Mit Air Berlin verschwindet ein nicht ganz unbedeutender Arbeitgeber.

Mit Air Berlin verschwindet eine Airline, die in der baulichen Konzeption unseres neuen Flughafens eine wichtige Rolle spielte. So ist der sog. Südpier ganz auf die Bedürfnisse von Air Berlin zugeschnitten – z.B. durch die Möglichkeit, Transitpassagiere abzufertigen.

Und mit Air Berlin verschwindet ein Unternehmen, das nicht zuletzt den Namen unserer Stadt im wahrsten Sinne des Wortes in die Welt transportiert hat.

Und der Senat? Nichts.

Pflichtschuldig ein Statement der Wirtschaftssenatorin, dass die Arbeitsplätze hoffentlich erhalten bleiben (war wir natürlich auch hoffen). Und ansonsten Allgemeinplätze, dass andere Airlines die Flüge übernehmen würden und BER, Air Berlin hin oder her, sowieso kein Drehkreuz würde.

Wir finden: das ist eindeutig zu wenig und drückt ein Desinteresse an dieser Stadt aus, dass nur schwer nachvollziehbar ist.